Kollektiv


Wie gestaltet sich Gemeinschaft, wenn wir als Kollektiv mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Kapazitäten möglichst allen Mitgliedern gerecht werden wollen?


Das Getränkekollektiv ist neben dem alltäglichen Lieferbetrieb in Betriebsgruppen mit verschiedenen Schwerpunkten organisiert. Die Gruppen beschäftigen sich zum Beispiel mit Themen wie Öffentlichkeit, Buchhaltung, IT oder dem Wareneinkauf. So soll eine Form dezentraler Verantwortungsteilung entstehen. Innerhalb der Betriebsgruppen werden eigene Entscheidungen gefällt oder Themen aufbereitet, welche an Sitzungen mit dem gesamten Kollektiv besprochen werden. Bei diesen Entscheidungen werden die Stimmen aller Kollektiv Mitglieder gleichwertig miteinbezogen, unabhängig ihrer Kompetenzbereiche. Mit dieser Organisationsstruktur wollen wir die Selbständigkeit der Betriebsgruppen garantieren und zugleich eine inkludierende Entscheidungsstruktur für alle Betroffenen schaffen. Die Kombination von Handlungsfähigkeit und Rücksprache ermöglicht uns den kollektiven Betrieb des Getränkehandels. Transparenz, Fehlerfreundlichkeit und das Vertrauen in das individuelle Ermessen der Kollektivmitglieder bilden für uns die Grundlage der Kommunikation untereinander. 


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Wir legen Wert darauf, dass der Zugang zu den Arbeitsabläufen und spezifischem Wissen möglichst niederschwellig für alle erlernbar ist. So wollen wir die übermässige Konzentration von Wissen bei einzelnen Kollektiv Mitgliedern vermeiden, da dies zur Bildung von hierarchischen Strukturen beitragen kann. Weiter wollen wir so allen interessierten Menschen die Möglichkeit zur Beteiligung bieten. 



Auch die Frage nach der Entlohnung der geleisteten Arbeit wollen wir gemeinsam beantworten. In einem fortlaufenden Prozess werden klassische Lohnstrukturen hinterfragt und nach möglichen Alternativen gesucht. So entstehen beispielsweise Mischformen aus festgelegten Mindestlöhnen und unterschiedlichen Bedarfslöhnen, die sich an den Situationen und Kapazitäten der Kollektivmitglieder orientieren. Wir wollen einen Rahmen dafür schaffen über finanzielle Bedürfnisse zu sprechen, ohne dass diese tabuisiert oder ins private verdrängt werden. Mit dem Bewusstsein noch keine fertige Antwort auf die Lohnfrage gefunden zu haben, wollen wir dennoch als Kollektiv einen wesentlichen Beitrag an den Lebensunterhalt der Mitglieder beisteuern.

 

Nicht nur beim Thema Lohn, auch bei weiteren Fragen zum Thema Selbstbestimmtheit und Verantwortung befinden wir uns in einem stetigen Aushandlungsprozess miteinander und mit unserer Umwelt. Darin, dass wir diese Prozesse angehen und uns weiter entwickeln können, sehen wir den Vorteil und die Stärke unseres Kollektivs. 


Einen Einblick in unsere Betriebsstruktur und in die Möglichkeiten des Mitwirkens kannst Du unter Genoss*innenschaft gewinnen.